Schwerpunkt: Lehmputze und Lehmfarben | Teil 2

Unser zweiter Kurs dieses Jahr in der Klimaoase. Begonnen haben wir wieder mit einer Begrüßung vor dem Tor anhand des Murals darauf und einer Einführung in das Projekt „Klimaoase Linz-Lustenau“ durch Christoph Wiesmayr. Der Bauernhof der schon seit Generationen in der Familie liegt, ist der letzte im Linzer Industriegebiet. Drei Meter unter dem Straßenniveau gelegen (weil so viel aufgeschüttet wurde), ist ein abtauchen in eine andere Welt möglich. Das Mural zeigt den Blick auf den Pfenningberg, als im Industriegebiet noch Aulandschaft war.

Im Anschluss ging’s gleich mal mit unserem traditionellen „Lehm in the dark“ los. Ohne sich gleich von den optischen Eindrücken leiten zu lassen, wurde das Material erstmal erlebt! Erst nachdem die Augenbinden abgenommen waren, wurden die Materialien erläutert und diskutiert.

Voller Einstieg in die Materialkunde: Was ist Lehm eigentlich genau? Woraus besteht er und was sind die Besonderheiten? Ein Lehmziegel wurde ins Wasser gelegt, um die Beständigkeit zu testen.

Dann ging es Lehmputz spezifisch weiter: Es wurden Untergründe und unterschiedlichste Aufbauten besprochen und deren Anwendungsgebiete mit den jeweiligen Vor-und Nachteilen. Fürs Mittagessen gab es einen Eintopf.

Dadurch gestärkt wurden am Nachmittag gleich erste Putzversuche unternommen: Auf Musterplatten konnten Edelputze getestet werden. Zum Abschluss des Tages wurde Schilfstukkatur am stillen Örtchen montiert und die erste Grobputzschicht aufgetragen, um für den nächsten Tag vorzubereiten. Zum Abschluss des Tages wurde von der Hausherrin noch ein leckerer Kuchen kredenzt.

Am nächsten Tag in der Früh hatte ich Begleitung von meinem Kollegen Roland, der eine Einführung in das Verputzen mit der Maschine geben sollte. Zuerst wurde während dem Aufbauen die grobe Handhabung und was zu dabei zu beachten ist besprochen und dann ging es schon los, alle konnten auf einer Weichfaserplatte ihr Können testen, bevor es in den doch etwas engeren Raum ging. Da hier wenig Platz war, teilten wir uns in zwei Gruppen auf: eine Gruppe blieb bei der Maschine während die andere Gruppe, die Pavillonwand weiterverputzte. Hier wurden Reib- und Schwammbrett ausprobiert und deren Möglichkeiten der Oberflächengestaltung erkundet.

Mittags durfte ein wichtiger Programmpunkt natürlich nicht fehlen: die Pizza aus dem Lehmofen mit Zutaten aus dem lokalen Garten.

Nach der Pause wurden die Gruppen getauscht, damit alle Teilnehmer*inne alle Arbeitsschritte gesehen und angewandt hatten. Zwischendurch wurden Fragen diskutiert, sowie der Pizzaofen verputzt und zum Schluss noch anhand eines realen Projektes besprochen, wo es überall möglich bzw. sinnvoll ist Lehm im Bau anzuwenden. Spoiler: Eigentlich überall, außer in Nassbereichen! 😉 Und schon waren die zwei Kurstage wieder vorbei.

Ich hab mich sehr über das wertschätzende Feedback gefreut und wir freuen uns, wieder ein paar Menschen „lehmifiziert“ zu haben! 😉 Viel Erfolg bei euren Projekten und Ideen und wir hoffen, mal von euch zu hören!!

Wie immer noch ein paar Bilder vom Wochenende:
(manche der Bilder sind © Christoph Wiesmayr!)

… und was denkst du?